USA Reise

Flagstaff

Flagstaff ist eine Ortschaft in der Nähe zum Grand Canyon. In den letzten Wochen wurde die Stadt und Umgebung von Waldbränden heimgesucht. Mitte Juni wurden beim letzen Brand mehr als 24.000 Hektar Land zerstört. Aber ein wenig Hoffnung macht der August. Der ist im Durchschnitt mit 13 Tagen der regenreichste Monat. Den Regen durfte ich während meiner Anwesenheiten dort hautnah miterleben.

Von Kansas City führte mich nun der Weg nach Flagstaff. 24 Stunden Zugfahren. Hurra 😉 Ich hatte für diese Strecke einen «Private Room» gebucht. Ein Abteil mit 2 Sitzen, die zu einem Bett umfunktioniert werden konnte. Oben war noch ein Bett eingeklappt. Und dort war ich ganz alleine untergebracht. Es gab eine persönliche Reisebegleiterin und während der Fahrt wurde man vom Essen her, sehr gut versorgt. Doch bevor ich überhaupt in den Zug einsteigen konnte, hiess es warten. Der 3 Southwest Chief aus Chicago kommend, hatte etwas mehr als eine Stunde Verspätung. So konnte ich meine Nachtstelle erst gegen 23:15 aufschlagen.



Während der Fahrt nach Flagstaff, bekam ich mehrmals Essen offeriert. Es gab Frühstück, Lunch und Diner. Auch gab es die ganze Zeit immer frischen Kaffee, auch im Abteil. Alles sehr lecker und kein Vergleich zur «Touristenklasse», wo es matschige Cheese-Toast gab und der Kaffee nicht ganz so geniessbar war. Einzig den etwas fettige Blaubeermuffin konnte man so runterwürgen. Während ich also im Boardrestaurant das wunderbare Essen genossen habe, konnte ich auch mir die wunderschöne Landschaft dabei anschauen. New Mexico. Schon sehr beeindruckend. Als wir dann in Albuquerque angekommen sind, wurde ein längerer Stopp von 45 Minuten eingelegt. Es gab tatsächlich Passagiere, die entweder schnell in die Stadt gegangen sind, oder joggen 🙂 Während dieser Zeit wurde die Lok neu betrankt und die Fenster bei den Doppelstock-Wagons geputzt. Mit insgesamt 1,5 Stunden verliessen wir dann Albuquerque und fuhren weiter nach Flagstaff. Dort kamen wir allerdings mit 2 Stunden und 16 Minuten Verspätung an. Offenbar scheint das auf der Strecke immer so zu sein, dass es zu Verspätungen kommt. Den der Zug begleitet mich seit Chicago und bin auf der Strecke nirgendwo pünktlich abgefahren oder angekommen. Warum? Keine Ahnung….



Da stand ich nun im dunkeln an dem kleinen Bahnhof in Flagstaff. Das Hotel war zwar nur 800 Meter entfernt. Da es aber dunkel war und ich unbedingt unter die Dusche wollte, habe ich mir einen UBER bestellt. Bereits da bekam ich die ersten Geburtstags-Glückwünsche, obwohl es in Flagstaff ja noch nicht der 24. August war 🙂 aber egal, nehm ich! Das Hotel, welches ehr ein Motel war, war tiptop. Schön gross, sauber und eine tolle Dusche. Draussen vor den Zimmern stand mega Schlachtschiffe an Autos. Wie sagte Andi so schön, als ich ihm ein Foto geschickt habe?! Und da muss sich auch keiner wundern, dass wir im Sommer 40 Grad und mehr bekommen.

Am nächsten Tag ging es dann nach Williams, von wo aus am 25.08.22 die Tour zum Grand Canyon gestartet ist. Flagstaff war Dreh- und Angelpunkt! Während ich auf den Shuttle gewartet habe, fing es an zu Regnen. Hagel und Gewitter gesellten sich dann dazu. Typisch für den 24. August. As every Year! Einmal in den letzten 5 Jahren, war schönes Wetter. 2020 bei meinem Urlaub auf Kos. Ich hätte nie gedacht, dass es ausgerechnet an DEM Tag in Arizona regnen wird. Aber hey, scheiss drauf. Man gewöhnt sich an so ein Wetter 🙂 aber trotzdem bin ich dann durch den Regen zur Tankstelle gelaufen. Brauchte dringend noch was zu Trinken. Na gut, Ziggis auch 😉 Ich musste doch tatsächlich meinen Ausweis vorzeigen. Genauso wie in Kansas City, wo ich Bier gekauft habe. hm… die Kassiererin kuckte nicht schlecht 😉

Nach der wunderschönen Tour in Williams und im Grand Canyon, bin ich wieder zurück nach Flagstaff. Da das Hotel, wo ich 2 Tage zuvor gewesen bin, kein freies Zimmer mehr hatte, habe ich ein anderes gebucht. Direkt Downtown und nicht weit vom Bahnhof weg. Ein böser Fehler. Ich konnte zwar ehr einchecken und auch endlich mal Wäsche waschen, aber das Zimmer war nicht ganz so sauber. Der Müll vom Vormieter lag noch im Eimer, auf dem Waschbecken waren Seifenrückstände, der Teppich war schmutzig, dann fiel der Strom aus… Aber nur in meinem Zimmer! Ich bin dann erst einmal geflüchtet und habe einen 2. Koffer gekauft 🙂 der grosse wurde langsam zu schwer und hatte etwas Probleme den zu zubekommen! Dafür musste ich aber knapp 2km in ein Einkaufszentrum laufen. Und dabei musste ich immer die Regenpausen irgendwie abpassen. Nach dem ich einige Läden abgeklappert habe, habe ich ihn gefunden. Einen kleinen süssen, schnuckeligen Handgepäckskoffer. Schnell ins Hotel und alles vernünftig sortiert. Im grossen meine Klamotten und der kleine Koffer ist für die Geschenke 😉 An Schlaf war in diesem Hotel nicht zu denken. Es war laut. Nein, mega laut. Obwohl mein Zimmer im 2. Stock war, bekam ich von der Bar unten alles mit und vor allem den Lärm von draussen. Bis Nachts um 2:30 war Rambazamba angesagt.



Am nächsten Morgen war ich ein wenig k.o. Verständlich, nach der Nacht?! Dummerweise fuhr mein Zug aber erst am Abend um 8:38! So musste ich irgendwie den Tag rumbekommen. Und blöd war, dass ich meinen Koffer erst Nachmittags um 5 einchecken konnte. Mit 2 Koffern durch die Gegend zu laufen, macht nicht wirklich Spass. So war ich am Mittag erst was Essen, bevor ich dann am Bahnhof rumgelungert habe. Da gab es ein Souvenirgeschäft, was zu trinken und WLAN 🙂 So konnte ich bis zur Öffnung der Gepäckabgabe mir die Zeit vertreiben. Denn rumlaufen war eh nicht. Auch ohne Koffer. Denn zur Überraschung aller hat es zur Abwechslung geregnet [/ironie] Ausserdem kann man hier die mega Güterverkehrszüge sich anschauen. Unter 60 Wagons geht hier nichts. Im Durchschnitt führen die so um die 85 Wagons mit sich. Als mal wieder einer kam (gefühlt kam alle 5min einer), dachte ich: oh gott, die Schienen bewegen sich. hm… nein ist durch den Lichteinfall eine optische Täuschung. Doch dann habe ich genauer hingeschaut. Die Schienen haben sich tatsächlich nach unten gebogen und bewegten sich.

Nach dem ich den Koffer endlich aufgegeben habe, bin ich im Schnell-Watschel-Gang zur Tankstelle. Dort fix was zu Trinken und zu Essen für die Fahrt gekauft und schnell zurück Richtung Bahnhof. Hatte die Regenpause genutzt. Es dauerte aber nicht lange, bis der nächste Schauer kam. So machte ich dann Kneipenhopping. Schlimm, aber wenn es was in Flagstaff nicht zu wenig gibt, dann Kneipen. Während ich also so an den Bars sass, bekam ich wieder Mitteilungen von der Amtrak, dass mein Zug verspätet sei. Ach, echt? Damit hatte ich gerechnet, da es ja wieder der 3 Southwest Chief war, mit dem ich seit Chicago unterwegs bin. Dieses mal war es gesamt nur eine Stunde. Ging also noch. Also um 9:40pm rein in den Zug und ab nach LA – in die Stadt der Engel (oder auch nicht)

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