Golden Gate Bridge
USA Reise

San Francisco – Cable Car und Co

Der Weg von L.A. nach San Francisco begann mit einer Bustour. Von der Union Station ging es mit einem Shuttle nach Bakersfield. Von dort aus fuhr dann der Zug nach Emeryville und anschliessend mit dem Bus nach San Fran. Da ich seit Chicago immer wieder Verspätungen hatte, ging es ab Los Angeles viel zu früh los. Satte 15 Minuten zu früh fuhr der Bus los. Gut das ich schon so früh da war, weil ich noch meinen grossen Koffer aufgeben wollte. Doch leider war dies nicht möglich. Aber auch kein Drama. In Emeryville konnte ich den dann einchecken.



In San Francisco angekommen, musste ich mir erst einmal ein Jäckchen überziehen. Brrrr, es war recht kalt und windig. Im Hotel konnte ich ohne Probleme einchecken und es gab einen Hotelpagen. Der hat mir doch tatsächlich meine beiden Koffer aufs Zimmer gebracht. Völlig ungewohnt für mich. Hätte es auch selbst machen können 😉 Aber der Mann war sehr nett und interessierte sich für den Europäischen Fussball, wie ich 2 Tage später feststellen sollte.

Ich hatte mich schnell frisch gemacht und bin dann raus. Mein Hotel lag am Union Square und die Cable Car hatte ich direkt vor der Haustür. Bin dann aber zur Endstation gelaufen 😉 Dort wird sie auf einer Platte noch mit Manneskraft gewendet, damit sie in die andere Richtung fahren kann.


Die Cable Car wird auf der Platte in Fahrtrichtung gedreht

Am nächsten Tag bin ich recht viel rumgelaufen. Allerdings hatte ich etwas Probleme mit meinem Fuss, da ich in Bakersfield von einer hohen Bordsteinkante abgerutscht bin. Ich hatte dummerweise keine Salbe dabei und wollte dann hier eine kaufen. hm…. 35$ für eine Voltaren, war mir dann doch etwas zu überrissen. Und eine Pain-Creme konnte ich nicht wirklich finden. So mussten dann halt kalte Waschlappen herhalten und eine Ibuprofen.

Da ich wusste, dass ich viel unterwegs sein werde, habe ich mir ein Tagesticket für den ÖV gekauft, mit der ich auch die Cable Car nutzen konnte. So führte mich der Weg von der Powell Street zum Fisherman’s Warf. Ich hatte mal wieder das verdammte Glück gehabt, die Golden Gate Bridge ohne Nebel zu sehen. Es soll ja Menschen geben, die das noch nicht geschafft haben 🙂 Ein wirklich sehr schöner Anblick. Es war zwar etwas diesig, aber man konnte die Golden Gate und auch Alcatraz sehr gut sehen. Bei dem Wetter allerdings wusste ich nicht, soll ich nun eine Jacke tragen oder nicht. Es war ein regelrechtes an- und ausziehen 😉 aber so lange die Sonnenbrille sitzt ist alles okay! Der Hunger trieb mich dann zum Pier 39, wo ich dann Fisch gefuttert habe. Der Ausblick war sensationell. Direkt aufs Bundesgefängnis Alcatraz 🙂 Nach dem Essen ging es dann durch den Pier 39. Mal hier kucken, mal da bummeln. Ja und auch ein bissken was kaufen. Danach habe ich die Seelöwen besucht. Aber irgendwie sind die weniger geworden. Als ich 2007 und 2008 hier war, haben die sich regelrecht gestapelt am Pier. Aber ein mega Lärm haben sie gemacht. Ich hatte vorher schon mal am Municipal Pier den einen oder anderen rumschwimmen sehen. Ansonsten habe ich an diesem Tag nicht all zu viel gemacht, da der Fuss geschmerzt hatte.



Aber am nächsten Tag war alles mehr oder weniger wieder in Ordnung und bin sehr viel gelaufen. Vom Union Square bin ich zum Coit Tower gelatscht. Das war ein ganz schöner Aufstieg; und Treppen musste ich auch noch zu genüge besteigen. Insgesamt waren es um die 180 Stufen, bis ich am Tower angekommen bin. Mit dem Fahrstuhl ging es dann nach oben. Wow… was für eine Aussicht. Und eine Premiere. Die Golden Gate war in Nebel eingehüllt. Hurra 🙂 Nach dem ich wieder unten war, bin ich eine andere Strecke gelaufen und kam in «little Italy» raus. Dort kam mir zufällig die Cable Car entgegen, wo ich dann drauf geprungen bin. So ging es zurück zur Powell Street.

Nun musste ich noch zum Post Office, da ich neue Briefmarken benötigt habe. Der gute Mann staunte nicht schlecht, als ich 20 Stück kaufen wollte. Er fragte zur Sicherheit lieber noch mal nach, ob ich mir wirklich sicher sei. Ja klar man. Ich müsste ja eine menge Freunde in Europa haben, wenn ich so viele Stamps brauche. Was der gute Mann ja nicht wusste, dass ich ja noch ein paar Wochen unterwegs bin 🙂 er wünschte mir dann noch einen schönen Tag und sagte auf Deutsch: Ich mag Deutschland. Ähm… jetzt war ich verdutzt 🙂

Mein Weg führte mich dann von der Market Street zu Fuss zum Ferry Building. Hier kann man auch auf den Pier’s flanieren. Ausserdem hat man eine unheimlich schöne Aussicht auf die Bay Bridge. Aber zurück wollte ich dann mit der Street Car. Dummerweise bin ich in die falsche Richtung eingestiegen, so dass ich wieder am Fisherman’s Warf gelandet bin 🙂 So konnte ich aber noch eine Kleinigkeit gefuttern und bin dann mit der Cable Car zu meinem Hotel. Ich brauchte noch einen dicken Pulli und einen frischen Akku für meinen Fotoapparat. Denn für den Abend hatte ich eine Sunset Bootstour gebucht.

Wolkenwand Golden Gate Bridge

Um 19:00 Uhr ging es mit dem Schiff los. Das Wetter war schön sonnig, aber kühl. Gut hatte ich einen dicken Pulli und eine Jacke dabei. Zusätzlich hatte ich mir kurz vorher noch eine Mütze gekauft, da es doch sehr windig war. Als das Schiff abgelegt hatte, ging es zunächst nach Alcatraz und dann nach Angeles Island. Dort drehte das Schiff und fuhren dann zur Golden Gate Bridge. Doch wo ist sie hin? Es hatte sich bereits so dermassen zugezogen und es kam richtig fett Nebel auf, so dass man sie gar nicht gesehen hat. Statt dessen konnte man eine Wolkenwand bewundern, die wie eine Tsunamiwelle aussah. Sie sah sehr bedrohlich aus und dort hat uns der Kapitän hineingefahren. Es wurde immer dunkler, windiger. In der Zwischenzeit fingen Kinder an zu heulen, weil sie die Golden Gate nicht sehen konnten. Es gab doch tatsächlich Leute, die sich beschwert haben über die Tour. Und dreimal dürft ihr raten… Natürlich waren es Deutsche.

Nach dem ich wieder Land unter den Füssen hatte, habe ich mit viel Glück noch eine Cable Car erwischen können. Nicht weit vom Hotel war eine Sportsbar und da wollte ich nachfragen, ob die auch «german soccer» zeigen. Er hat mir gesagt ja. Allerdings macht er erst um 12:00 auf. Egal, bin froh überhaupt kucken zu können. Hurra, ich habe dann zwei Bierchen getrunken. Absoluter Schnapper. Für 2x 0,4 war ich sage und schreibe 30$ los. Schluck…. na gut, dann gibt es morgen halt nur wenig Bier am Mittag, wenn ich zum Fussball kucken wieder komme.

Nach dem ich ausgeschlafen hatte, bin ich ein bissken gelaufen und habe eine Kleinigkeit gefuttert. Ich hatte die Möglichkeit in dem Laden WLAN einzuschalten. So machte ich noch einen VPN Tunnel auf, Sky öffnen und ab dafür. So konnte ich die erste Halbzeit vonne Brussia gegen Hoffenheim kucken. Um 12:00 Uhr bin ich dann wieder zu der Bar vom Vorabend. Der hatte mir ja gesagt gehabt, ich könne Fussball schauen. Ich rein, Bier bestellt und gefragt, ob ich «german soccer» schauen kann. Ja klar, kein Problem. Auf welchem Channel? ähm… i don’t know. ESPN? Sie hatte das Spiel gegen Hoffenheim auch gefunden. Allerdings war das in deren Abo nicht enthalten. Na toll. Bier ausgetrunken und ab ins Hotel. Auf dem Weg dort hin hatte ich WLAN und konnte es auf dem Handy schauen. Als ich mit dem Fahrstuhl hoch bin, fragte mich der Hotelpage was das für ein Spiel sei. Borussia Dortmund vs Hoffenheim. Ahhhhhh, BVB is cool. Er war der Meinung, dass Haaland noch bei uns ist. Ich habe ihn dann aufgeklärt. Er meinte nur, oh no… 😉

Nach dem Fussball bin ich noch ein wenig durchs Quartier. So bin ich dann in die andere Richtung der Market Street gelaufen. Ich kam in ein Quartier, wo sehr viele Obdach- und Arbeitslose waren. Im Gegensatz zu L.A. habe ich mich zu keinem Zeitpunkt unsicher gefühlt. Offenbar gibt es dort so eine Art Bürgerwehr. Die einen standen vor Geschäften als Security, andere säuberten die Strasse oder passten auf, dass niemand belästigt wird. Die Menschen dort waren sehr freundlich. So führte mich der Weg in einen kleinen Kiosk, wo ich mir ein Wasser und ein Snack gekauft hatte. Der Ladeninhaber war entzückend. Er fragte ob ich hier zu Besuch bin, und warum in diesem Viertel. Habe ihm dann erklärt, dass ich einfach nur gelaufen bin und alles sehen will. Nicht nur das Chicki-Micki. Er schaute etwas irritiert und wünschte mir einen schönen Tag. So lief ich noch ein wenig dort durch das Quartier. Ich kam wieder an der Station Powell Str vorbei, wo ein frisch getrautet Ehepaar ein Shooting in der Cable Car machte. Sie war eine wunderschöne Braut.



Zurück am Hotel habe ich dann meinen Gutschein 2-1 noch eingelöst an der Bar. Diese öffnete immer um 4 und von 5-7 gab es Happy Hour 🙂 An der Bar hatte ich ein etwas älteres Ehepärchen kennengelernt. haha, die waren klasse. Sie hat Gin wie Wasser getrunken und er Gin und Rotwein. Von der Barkeeperin, die ganz entzückend war, bekam ich viele Tipps für Bars in New Orleans. Das Ehepärchen hat mir noch einen Tip für Chicago gegeben. Dort bin ich ja in einer Woche wieder und treffe mich mit David B.

So lustig wie es auch war, musste ich dann aber los. Hatte über das Hotel eine Karte für das Baseballgame der Giants gekauft. So machte ich mich dann auf den Weg zum Oracle Park. Mein Platz war ganz unten. War schon klasse. Hinter mir sassen so junge Menschen. Ich glaube, die haben viel Quatsch erzählt 🙂 als ich mal kurz für kleine Enten musste und wieder kam, wurden sie vom Ordnungsdienst aus dem Stadion geschmissen. Sie hatten geraucht (wenn auch «nur» Vapes) und offenbar hatten die in ihren Getränken Stoffe drin, die da nicht hingehören. Ich konnte beobachten, wie einer von der Security eine Wasserflasche geschüttelt hat und zustimmend nickte. Das Spiel Phillys vs Giants ging mit 0-13 aus.



Nun ist der letzte Tag in San Francisco. Mein Bus nach Emeryville ging erst am Abend und 8:50. So bin ich am Vormittag, nach dem ich ausgecheckt hatte, noch ein wenig im Umfeld des Hotels unterwegs gewesen. Am Union Square trat eine Band öffentlich auf. Die waren super. Spielten Rock ’n Roll und das ältere Semester tanzte dazu. Sowas erlebt man auch nicht in jeder Stadt. Hat richtig Spass gemacht. Danach bin ich zurück zum Hotel und habe es mir in der Lobby bequem gemacht. Hier habe ich WLAN, günstig Bier und kann meinen Reiseblog aktualisieren 🙂

Tipp: In San Francisco gibt es im übrigen sehr gutes Bier. Anchor kann ich empfehlen.

Fotos kommen noch. Kann mich nicht ganz entscheiden, welche ich veröffentlichen werde 🙂

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