Von der Liberty Bell zum White House
Sonntag, 14.08.22 – Nach 2 Tagen Philadelphia ging dann die Reise weiter nach Washington. Die Fahrt dauerte 2 Stunden und 7 Minuten. Zur besten Mittagszeit bin ich in Washington angekommen. Als ich aus der mega grossen Empfangshalle raus kam, blickte ich direkt auf die Kuppel vom Capitol. Wow… Ich kam letzten Endes aus dem Staunen einfach nicht mehr hinaus. Bis man beim Columbus-Circle erst mal über die Strasse gekommen ist, dauerte. Denn wie schon in Philly, bin ich von der Union Station zum Hotel gelaufen. Auch wenn es gute 2km vom Bahnhof entfernt war, lag dennoch sehr zentral. Zu den Sehenswürdigkeiten war es nicht weit.
Am Sonntag morgen gab es einen Vorfall ganz in der Nähe des Capitol. Ein Mann hat mit einem Auto versucht die Barrikade zu durchbrechen, in die Luft geschossen und sich dann selbst mit der Waffe gerichtet. Einen politischen Hintergrund schliesst man offenbar aus, da der Kongress derzeit in den Sommerferien verweilt.
Nach dem ich eingecheckt hatte, bin ich zum Weissen Haus gelaufen, da es nicht so weit zu Fuss entfernt war. Ganz schön imposant die Hütte. Und der Garten sah auch wie geleckt aus 🙂 Rings rum gab es etliche Wagen mit diversen Fanartikeln. Leider auch für die erneute Kandidatur von dem Perücken-Clown Trump für die Wahl im Jahre 2024. Aber zu meiner Überraschung hielten sich nicht all zu viele Touristen dort auf. Entweder hatte ich einfach nur einen guten Zeitpunkt erwischt oder es wollte keiner dahin 😉
Ich spazierte danach noch ein bisschen durch die Stadt. Was mir aber extrem aufgefallen ist, in Philadelphia auch schon, dass sehr viele People of colour obdachlos sind. Meist nächtigen sie illegal in kleineren Pärkchen in Campingzelten oder schlagen es unter einem grossen Baum auf. Weisse hingegen habe ich ehr seltener gesehen. Und wenn, dann sassen sie mit Pappschildern und teilen allen mit, dass sie Veteranen sind und ohne Dach über den Kopf. Oft wird man angesprochen, freundlich, aber häufig auch sehr unfreundlich. Wenn man nicht darauf reagiert, drehen sie sich wild schimpfend weg.
Am Montag, 15.08.22 habe ich dem Capitol ein Besuch abgestattet. Dies ist das weltweit bekannteste Symbol der demokratischen Regierungsform. Seit 1800 ist hier der amerikanische Kongress untergebracht. Man kann es sich von innen anschauen und der Eintritt ist gratis. Man sollte aber vorab online eine Reservierung tätigen, da nicht sichergestellt werden kann, ob bei den Führungen durch das Capitol noch Plätze frei sind. Man besichtigt dabei die Krypta, das Rotunde und die national Statuary Hall. In der Krypta sind 40 Sandsteinsäulen verankert, die den Boden der Rotunde stützen. Die Rotunde ist 54 Meter hoch, 29 Meter breit und befindet sich in der Mitte des Gebäudes. An ihr grenzen die beiden Flügelgebäude. Es werden hier auch etliche Gemälde und Statuen/Büsten von vielen ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten ausgestellt.
Am Abend bin ich zum Nationals Ballpark gefahren und konnte mir endlich ein Baseballspiel anschauen. (nach dem ich es in NYC verpasst hatte) Es trafen Chicago Cubs und NATS Washington aufeinander. Es war nicht all zu viel los. So schaute ich mich mal im Fanshop um. Ein Trikot für $165. Wow… Eigentlich wollte ich ja nur schauen, ob die Quitsche-Enten haben….
Ich hatte mir im Vorfeld ein Ticket online für den oberen Rang gekauft. Da brauchte man erst einmal gute 5km da hoch 🙂 aber es führte ein Weg dort hin und keine Treppen. Ich nahm mein Platz ein und im 2. Inning bekam ich Durst. Ich also zum Stand und sah dort eine Dose wo «Water» drauf stand. So genau konnte ich es nicht erkennen. Aber egal, gekauft. Okay, es war dann kein Water, sondern Cutwater 🙂 Am nächsten Stand habe ich mir noch schnell einen Becher Cola geholt, der zu meiner Überraschung, warum auch immer, kostenlos war.
Essen und Trinken ist immer wieder eine Herausforderung für mich 🙂 Wie die meisten ja wissen, ist mein Englisch nicht so pralle. Und so ist es mit dem Bestellen immer so eine Sache. Aber was ich hier in den USA ziemlich geil finde: Man bekommt immer kostenlos Wasser – als Flate. Am Sonntag bin ich zufällig vor lauter Hunger in einen Laden gestolpert, wo mich dann auf einmal eine Mitarbeiterin auf Deutsch angesprochen hat. Sie kommt ursprünglich aus Fürth. Im grossen und ganzen komme ich immer irgendwie an mein Futter und Bier 🙂 bisher hat immer noch alles ganz gut gepasst und war auch sehr lecker.
Am Dienstag geht es dann auf die erste grosse Zugfahrt. Von Washington nach Chicago. 19 Stunden Halleluja 🙂


