Chicago – Windy City
Am 16.08.22 ging es von der Hauptstadt Amerikas nun auf eine längere Zugreise nach Chicago. 17 Stunden und 40 Minuten benötigt die Amtrak. Ich hatte eine Direktverbindung gewählt, die über Nacht ging. Es gibt auch eine Verbindung die 24 bzw. 25 Stunden dauert und wo man in New York umsteigen muss. Für diese Strecke musste ich das erste mal Gepäck am Schalter aufgeben. Da mein Koffer aber zu viel Gewicht hatte (angeblich 55 lbs statt 50) musste ich einen Teil in einen Karton auslagern. Warum ist mir zwar nicht ganz klar, aber egal. So habe ich einen kleinen Teil umgepackt und $5 dafür bezahlt.
Auch in Washington musste man wieder auf das Boarding achten. Die Züge werden auf Tafeln angezeigt, mit dem jeweiligen Gate und Track. Als der Zug angeschlagen war, machte ich mich auf dem Weg zum Gleis und dort bekam man vom Schaffner einen Zettel mit der Sitzplatz-Nr. und in welchem Wagen man einsteigen sollte. Ich sollte in den letzen Wagen und beim Einsteigen habe ich gesehen, dass es dort eine Gepäckecke gab, wo ich den Koffer auch hätte einlagern können. Ohne umzupacken 🙂 Aber da es die erste lange Reise war, wollte ich natürlich alles richtig machen. So ging es dann ab nach oben. Dort war mein zugewiesener Platz, aber leider nicht am Fenster. Man hatte richtig viel Beinfreiheit und den Sitz konnte man weiter nach hinten klappen und vorne war sogar noch ein Teil zum hochklappen, wo man schön chillig die Beine drauflegen konnte. Verpflegt wurde man im Board-Bistro. War jetzt nicht so der Hammer die Auswahl, aber zumindest besser als nichts. Irgendwie hatte ich nicht so viel Essen dabei, so dass ich darauf zurückgreifen musste. Es ist es sehr schwierig in den USA einzelne Bierflaschen zu bekommen. Meist kann man die nur in grossen Packungen käuflich erwerben. Bei den Dosen sind das dann immer so Monsterteile. Häufig gibts nur Bier, was ich nicht so gerne hab. Im Bistro musste ich mich dann mit einem Bud Light zufrieden geben.
Irgendwann bin ich dann eingepennt. Gut dass ich mein Nackenkissen dabei hatte 🙂 Aber ich konnte nur Intervallschlafen machen. Bin ständig wach geworden. Ein bissken unbequem wars dann doch. Bin auf die nächsten Fahrten schon gespannt, wo ich dann ein Bett habe! Fast pünktlich ist dann der Zug in Chicago eingetroffen. Meine erste Frage an mich selbst war dann: «Ist Dein Gepäck wirklich mitgekommen?» Nach ca 15. Minuten kam es wirklich am Gepäckband an. Wow…. ich war begeistert und habe meinen Koffer wieder befüllt 🙂
Da es noch recht früh war, beschloss ich erst einmal frühstücken zu gehen. Ein kleines nettes Cafe um die Ecke vom Bahnhof kam mir da gerade ganz recht. Dort bekam ich endlich mal vernünftigen Cafe. Und ein riesen Croissant. Es gab sogar Butter dazu 🙂 Nach dem ich mich ein wenig gestärkt hatte, ging es auf zur Metro und damit zum Hotel. Ich konnte da bereits schon um 11:00 Uhr ohne Gebühren einchecken. Eigentlich wäre es erst um 15:00 Uhr gegangen. Ab aufs Zimmer und erst mal eine schöne Dusche nehmen. Habe mich dann fertig gemacht und bin dann ein wenig durch die Stadt gestreift. Die ist echt schon beeindruckend. Auch der Chicago River. Der hat so eine richtig schöne grüne Farbe und sieht aus wie am Meer 😉 Ich bin dann noch am Riverwalk entlang gelaufen. Sehr schön gemacht mit den Biergärten und auch die Gestaltung an sich. Am Abend war dann richtig was los in der Stadt. Es war um 20:00 Uhr schon so gut wie dunkel und die Menschen tummelten sich überall. Am River und auch auf den Booten war sehr viel los. Da ich aber dann doch etwas müde war, ging der Abend für mich nicht all zu lange und legte mich dann schlafen.
Am Donnerstag morgen war ich dann frisch und munter wieder unterwegs. Dann hörte man auf einmal einen mega Krach am Himmel. Ich schaute rauf und da flog doch tatsächlich ein Kampfflieger. Sehr niedrig. Oh oh dachte ich nur. Aber nach einer kurzen Zeit war alles vorbei. Dachte ich zumindest. Da ich in gut 3 Wochen wieder in Chicago bin, habe ich es sehr chillig angehen lassen. Mal hier geschaut, mal da geschaut, Souvenir-Shops besucht….. Am Riverwalk wollte ich gerade noch ein paar Fotos machen. Da auf einmal, war es wieder. Dieser Krach am Himmel. Und ich sah 4 Kampfjet, die ihre Kreise über die Hochhäuser zogen. Mit ordentlich schmackes unterm Hintern. Upsi dachte ich nur. Dieses mal waren sie sehr lange in der Luft und man konnte tolle Manöver bestaunen. Aber warum zum Teufel machen die das? So wie ich herausgefunden habe, handelte es sich dabei um die Blue Angles. Es ist die Kunstflugstaffel der United States Navy. Und am Wochenende findet in Chicago die Air and Water Show statt. Dafür haben sie offenbar geprobt. War aber toll sich das anzuschauen.
Irgendwann trieb mich der Hunger wieder mitten ins Getümmel. Da ich es gerne etwas ruhiger und schattiger haben wollte, hatte ich mir ein Plätzchen am Anfang des Riverwalk ausgesucht. Okay, hätte vorher die Preise studieren sollen. Für ein Veggi-Burger mit Fries und einen sehr kleinen Weissweinchen, war ich mal so schlappe 40$ (inkl. Tip) los. Puuuhh, aber es war sehr lecker 😉 Allgemein sind die Preise in Amerika sehr hoch. Die Inflation betrug im Juli 8,5%. Aber die Preise variieren auch von Stadt zu Stadt. Dinge, die ich in NYC als teuer empfand, sind in Chicago noch teurer. Das sind hier Preise, die es noch nicht einmal in der Schweiz geben würde. Ich bin gespannt, was mich da noch so alles erwartet, auf meiner Reise!
Am 19.08.22 werde ich Nachmittags um 2:50pm mit auf den Weg nach Kansas City machen. Das ist eine kurze Reise von 7 Stunden und 10 Minuten. Dort werde ich bis Montag bleiben und den Jazzklängen lauschen.



Ein Kommentar
Ricky
Sehr cooler Blog und tolle Fotos! Genieß die Zeit noch! Liebe Grüße!